3 Möglichkeiten, deine Haare NoPoo und plastikfrei zu waschen & ein Erfahrungsbericht

Haare plastikfrei waschen

Du suchst nach Möglichkeiten deine Haare NoPoo, also ohne Shampoo, zu waschen und dabei gleichzeitig auf Plastik zu verzichten? Vor ein paar Jahren habe ich mich auch auf diesen Weg gemacht und drei Möglichkeiten ausprobiert, die dafür gut geeignet sein sollen. Du erfährst, wie genau es funktioniert und wie es gewirkt hat.
Und warum ich letztendlich doch wieder bei Shampoo gelandet bin.

Für mich begann die Auseinandersetzung mit meinen Haaren vor drei Jahren. Mein Wunsch, meine Haare seltener waschen zu können, begann zeitgleich mit dem Wunsch plastikfreier zu leben. Also war das Ziel: Haare plastikfrei und seltener waschen. Dann habe ich von der NoPoo Methode gehört, die vielversprechend klang. Es soll gut für die Haare sein und verzichtet auf viele Stoffe, die auf lange Zeit dem Haar schädigen. Bei mir hat es sich dadurch gezeigt, dass ich sie fast täglich waschen musste.

Im Folgenden möchte ich dir drei Methoden vorstellen und meine Erfahrungen mit dir teilen. Dabei sei gesagt, dass jeder Mensch und auch jedes Haar anders ist. Was bei mir gut funktionierte, kann bei dir eine Katastrophe sein. Und andersrum genauso. So oder so lohnt es sich, sich intensiv mit seinen Haaren zu beschäftigen. Es geht dabei um mehr als Haare waschen. Es geht darum zu beobachten, wie sie auf Reize wie ungesundes Essen oder schlechter Schlaf reagieren. Denn sie zeigen dir auf ihre Art, was dir gut tut und was nicht.

Wichtig: Wenn du deine Haare immer mit Shampoo gewaschen hast, ist es ganz normal und natürlich, dass sich die Haare erst wieder entwöhnen müssen. Das kann zur Folge haben, dass sie fettiger sind und einfach ungesunder wirken. Gib deinen Haaren ein paar Wochen Zeit sich umzustellen.

Saure Rinse für die Balance auf dem Kopf

Bevor es aber losgeht, gibt es noch einen kleinen Einschub zum Thema Saure Rinse. 
Die Saure Rinse funktioniert wie eine Haarspülung, da sie dein Haar sehr weich macht, pflegt und schützt. Außerdem kann sie die pH-Wert deiner Kopfhaut ausgleichen, wenn du Produkte nutzt, die nicht den pH-Wert deiner Kopfhaut haben. Gerade bei hartem Wasser ist es wichtig, sie regelmäßig anzuwenden, damit dein Haar „entkalkt“ wird.
Du wirst bei fast jeder Variante deine Haare plastikfrei zu waschen, die Saure Rinse benötigen, weswegen ich sie hier einmal erkläre.

Disclaimer: Ich nutze die Saure Rinse, seit ich aufgehört habe mit Shampoo zu waschen. Wir haben hier auch sehr hartes Wasser. Allerdings gibt es viele, die es nicht nutzen würden, weil es den pH-Wert der Kopfhaut verändert. Dort würde ich also wieder gucken, ob es dir guttut und wenn nicht, es weglassen.

Zutaten für langes Haar:
– 100ml Apfelessig
– Wasser (900ml)
Hast du kürzeres Haar, verringere die Menge entsprechend.

Anwendung:
Vermische das Apfelessig und das Wasser in einen Behälter. Ich mache das so, dass ich das Apfelessig schon vorbereitend in einen Messbecher schütte und dann während des Duschens das Wasser hinzugebe.
Nachdem du deine Haare gewaschen hast, kommt am Ende die Mischung über den Kopf. Verteile sie schön auf dem Kopf. Normalerweise spült man sie nicht aus.
Der Geruch mag am Anfang gewöhnungsbedürftig sein, aber er verfliegt nach dem Trocknen.

Wie oft du die Saure Rinse anwendest, bleibt dir überlassen. Du kannst es täglich, wöchentlich oder einmal im Monat machen.

Haare NoPoo und plastikfrei waschen - Babypuder

Haare Plastikfrei waschen – Variante 1: Babypuder

Babypuder gehört nicht zu den drei erwähnten Möglichkeiten, weil ich es nicht konsequent ausprobiert habe und nicht sagen kann, ob es funktioniert. Zu der Zeit habe ich meine Haare mit Silikon und anderen Tensiden in einer normalen Shampooflasche gewaschen. Dementsprechend lief der Versuch fehl, ganz auf Babypuder umzusteigen – die Haare waren durch die Entwöhnung viel zu fettig und da bin ich dann eingeknickt.

Aber ich kenne jemanden, die das seit Jahren nur mit Babypuder macht und da soll es gut funktionieren.

Anwendung

Babypuder eignet sich gut als Trockenshampoo. Ganz einfach das Babypuder in das trockene Haar reinpudern.
Und ansonsten die Haare so waschen, wie du das magst.

Wenn du dunkles Haar hast, solltest du aufpassen, dass deine Haare nicht zu weiß werden. Mir ist es schon öfter passiert, dass sie dann so einen hellen Schimmer haben. Aber wenn ich wirklich zu faul zum Waschen bin und die Haardusche noch ein oder zwei Tage rausschieben möchte, nutze ich das ab und zu.

Nachhaltigkeitsaspekt

Hier kommt der große Nachteil: die Verpackung ist nicht plastikfrei und in unserem Unverpacktladen gibt es das auch nicht. Deswegen und weil es mir nicht so viele Vorteile bringt, werde ich die Packung jetzt zuende aufbrauchen und nicht neu kaufen.

Haare NoPoo und plastikfrei waschen - Heilerde

Haare Plastikfrei waschen – Variante 2: Heilerde

Heilerde ist ein richtiger Allrounder. Sie eignet sich nicht nur zum Haare waschen, auch kannst du damit Gesichtsmasken machen, die sehr gut gegen Akne und andere Hautreizungen helfen. Oder du machst damit eine Paste, die Entzündungen oder Muskel- und Gelenkbeschwerden lindern sollen.

Heilerde funktioniert dabei so, dass sie während des Trocknens eine Saugwirkung entwickelt und Talg, Fett und andere Sachen, die so auf unserer Haut rumfleuchen, aussaugt. Das habe ich auch beim Haare waschen bzw. Gesichtspeeling gemerkt. Das zieht an der Haut.

Es gibt auch noch Tonerde und Lavaerde. Tonerde ist dasselbe wie Heilerde, außer dass Tonerde nur äußerlich angewendet werden darf. Lavaerde hat eine etwas andere Zusammensetzung.

Du kannst mit allen drei deine Haare waschen und ausprobieren, was für dich am besten funktioniert. Ich habe es damals mit Heilerde versucht, doch die Anwendungsweise ist bei allen Erden gleich.

Mit Heilerde Haare waschen:

Du benötigst:

  • ½ bis 2 EL Heilerde (hautfein)
  • Wasser
  • ein Löffel und eine kleine Schale zum Anrühren. Wichtig: beides sollte nicht aus Metall sein, da die Erde sonst damit reagiert

Anwendung:
Du mischst die Heilerde mit dem Wasser in eine Schale. Dabei ist die Menge abhängig von deiner Haarlänge. Ich habe mittellanges Haar und einen Esslöffel Heilerde mit zwei Esslöffel Wasser gemischt. Dabei soll ein dickflüssiger Brei entstehen. Probiere dich mit der Menge ruhig aus – viel falsch machen, kann man da nicht. Entscheidend ist, dass der Brei entsteht.
Ich habe damals die Haare vorher gründlich gebürstet. Damit sollen schon ein paar Schuppen loszuwerden sein und sie sind danach nicht so struppig.
Dann massierst du die Paste sorgfältig in deine trockenen Haare ein und lässt es drei bis vier Minuten wirken. Danach sehr gründlich ausspülen.
Nach dem Waschen kannst du eine Saure Rinse anwenden, damit sich der PH-Wert deiner Kopfhaut wieder ausbalanciert.

Meine Erfahrung

Bei mir hat es ehrlich gesagt nicht gut funktioniert. Auch zu der Zeit habe ich vorher mit normalem Shampoo gewaschen und meine Kopfhaut war dementsprechend noch nicht entwöhnt. Ich habe es dann ein bis zwei Monate ausprobiert. Bei mir war es so, dass sich die Haare im nassen Zustand sehr gut angefühlt haben, aber sobald sie trocken wurde, sehr spröde und wie Stroh wurden. Eine Freundin von mir hat das parallel auch ausprobiert und dieselben Erfahrungen gemacht.

Aber ich habe es damals auch nicht ganz richtig gemacht. Ich habe die Paste in das nasse Haar gegeben und war nicht allzu konsequent mit der sauren Rinse. Ich war einfach nicht überzeugt von der Anwendung und dem Gefühl während des Waschens, weswegen ich es nicht weiter ausprobiert habe.

Seltener Haare waschen wurde da auch nichts, da ich dieses trockene Gefühl weghaben wollte und immer wieder zu normalen Shampoo geswitcht bin.

Nachhaltigkeitsaspekt

Von der Sicht ist es ganz gut. Die Erde ist zwar eingepackt, aber vollständig in Pappe und Papier. Besser als Plastik. Die Erde ist nicht ganz billig, aber die Packung hält auch relativ lange. Ich hatte damals eine 500g Packung und die war bei wöchentlicher Anwendung nach zwei Monaten noch halb voll.

Es kann aber sein, dass du viel länger unter der Dusche stehst und dementsprechend mehr Wasser verbrauchst, bis alles an Erde aus deinen Haaren raus ist. Ein Aspekt, der vielleicht nicht ganz zu vernachlässigen ist (außer du wäschst weniger oft deine Haare, dann gleicht es sich aus).

Haare NoPoo und plastikfrei waschen - Roggenmehl

Haare Plastikfrei waschen – Variante 3: Roggenmehl

Bei dieser Methode kriegst du sicher gute Sprüche zu hören: „Backst du wieder deine Haare?“, „Kann man dich dann essen?“

Richtig witzig – nicht. Obwohl ich schon zugebe, dass ich anfangs auch skeptisch war, ob das wirklich mit Mehl funktionieren soll. Wichtig ist, dass du es nicht mit irgendeiner anderen Mehlart wie zum Beispiel Weizen versuchst, denn das geht wirklich in die Hose. Du bekommst es nur sehr schwer wieder aus den Haaren.

Vorteil von Roggenmehl ist, dass es super günstig ist und oft sogar in Deutschland angebaut wird. Außerdem hat es denselben pH-Wert wie die Kopfhaut. Das heißt, du brauchst eigentlich nicht die Saure Rinse machen. Bei der Variante war sie bei mir auch seltener nötig, doch aufgrund des harten Wassers habe ich sie alle paar Wochen angewendet. 

Mit Roggenmehl Haare waschen

Du benötigst:

  • 4 EL Roggenmehl Typ 1150
  • lauwarmes Wasser

Bei kürzeren Haaren genügt auch weniger Roggenmehl

Anwendung: 
Mische das Roggenmehl mit dem lauwarmen Wasser. Nimm so viel Wasser, dass eine Shampoo-ähnliche Konsistenz entsteht. Verrühre es gut, sodass keine Klümpchen mehr da sind.
Dann verwende das Roggenmehl wie ein normales Shampoo. Verteile es in deinem nassen Haar und massiere es gut ein. Es schäumt nicht, das mag anfangs etwas gewöhnungsbedürftig sein. Dann lasse es ein paar Minuten einwirken und spüle es dann wieder aus.

Du kannst die Roggenmehl-Mischung nicht vorbereiten, sondern musst sie immer relativ frisch vor dem Waschen zubereiten. Sonst gibt es einen Sauerteig-Ansatz.

Meine Erfahrung

Roggenmehl war die Methode, die ich am längsten genutzt habe. Insgesamt mehr als ein Jahr. Für mich war es die Methode, mit der ich endlich vom Shampoo losgekommen bin und bei der auch die Übergangszeit nicht schlimm war. Es hat gut funktioniert, sogar sehr gut. Meine Haare waren schön weich und ich musste sie nur noch zweimal die Woche waschen. Ein sehr großer Fortschritt für mich, weswegen ich es auch so lange genutzt habe.

Doch die Nachteile überwogen irgendwann. Der größte Punkt war, dass nach dem Waschen sehr viele Krümel in meinem Haar waren, also nicht große, aber es sah aus, als hätte ich Schuppen. Ich habe das so gelöst, dass ich nur abends Haare gewaschen habe, dann waren die Krümel nicht mehr in meinem Haar, sondern auf meinem Kopfkissen. Auch nicht so optimal. Die Schuppen entstanden wohl dadurch, dass das Mehl mit dem Kalk im Wasser reagiert hat. Wenn das passiert, soll es helfen, doch eins öfter die Saure Rinse zu verwenden.

Aber dann hat meine Friseurin mehrmals gesagt, dass meine Kopfhaut nicht gesund aussieht. Das war dann der ausschlaggebende Grund aufzuhören.

Nachhaltigkeitsaspekt

Ähnlich wie bei der Heilerde gibt es hier relativ nachhaltige Verpackungen aus Papier. Falls du einen Unverpacktladen in deiner Nähe hast, könnte es sogar sein, dass du das Mehl völlig verpackungsfrei bekommst. Eine 500g Packung aus dem Laden hat bei mir ein halbes Jahr gehalten.

Ähnlich wie bei der Heilerde brauchst du sehr lange, bis du das Mehl ausgewaschen hast, damit du keine Krümel mehr drin hast. Dementsprechend wieder ein höherer Wasserverbrauch, was sich ausgleichen kann, wenn du seltener Haare waschen musst.

Haare NoPoo und plastikfrei waschen - Water-Only

Haare Plastikfrei waschen – Variante 4: Water-Only Methode

Die wohl radikalste Art ist, sich einfach nur noch mit Wasser zu waschen. Für mich war es auch das Vielversprechendste: Keine Vorbereitung mehr von Roggenmehl oder Heilerde und die Erfahrungsberichte auf YouTube mit den positiven Veränderungen taten ihr übriges. Manche sprachen davon, sich nur noch alle zwei Wochen die Haare zu waschen – ein Traum.

Der Grund, warum es funktioniert, ist der, dass unsere Kopfhaut täglich ein Sebum (Fett) produziert. Das macht unsere Haare fettig, wenn zu viel davon produziert wird. Doch bei der Water-Only Methode wird genau dieses Sebum genutzt. Denn wenn deine Haare nach der Entwöhnung von Shampoo wieder normal viel Sebum entwickelt, sorgt das dafür, dass deine Haare gesund und glänzend sind. So wird das Shampoo ersetzt. Soviel zur Theorie.

Mit der Water-Only Methode Haare waschen

Mehr als bei jeder anderen Methode gilt hier: ausprobieren. Es gibt zig Wege, wie man es macht und auch ich war am Anfang auf der Suche nach einer Anleitung, die mir genau sagt, dann und dann wäschst du deine Haare und dann und dann machst du eine saure Rinse. Doch du musst dich ausprobieren, sehr viel ausprobieren. Eine kleine Richtlinie, wie man es machen könnte, kommt trotzdem.

Anfangs: Es soll helfen, zehn Tage die Haare ausfetten zu lassen. Das heißt nicht waschen, sondern nur regelmäßig bürsten, so oft du Lust hast. Auf jeden Fall mehrere Minuten am Tag. Dadurch sollen Shampooreste entfernt werden und der Umstieg dann leichter fallen.

Nach den zehn Tagen: Du wäschst deine Haare ganz normal, als hättest du Shampoo. Mach sie richtig gut nass und massiere dann vorsichtig, aber überall gut durch. Das ist wirklich wichtig, dass du hier gründlich bist. Dann wäschst du sie wieder aus.

Ob du eher warmes oder kaltes Wasser beim Waschen nutzt, kannst du ausprobieren. Je nach dem, was für dich besser funktioniert. Bei warmem Wasser soll sich das Sebum besser lösen. Bei kaltem Wasser sollen sich allerdings die Poren schließen, sodass da kein Fett mehr rauskommt.

Vor dem Waschen kann es hilfreich sein, die Haare gründlich zu bürsten, damit schon mal überschüssiges Fett, Staub und Dreck wegkommt.
Auch wenn du deine Haare nicht wäschst, solltest du sie so oft wie möglich bürsten. Auch eine Massage und die Hände durch die Haare fahren zu lassen soll dabei helfen, das Sebum gut zu verteilen.
Am besten funktionieren hier Bürsten aus Naturmateralien. NoPoo-Verfechterinnen schwören auf Wildschweinborsten, aber die sind nicht vegan. Ansonsten gibt es auch vegane Bürsten oder Holzkämme.

Meine Erfahrung

Ich habe meine Haare 10 Tage lang ausfetten lassen, obwohl sie nun über ein Jahr von Silikonen und anderen Tensiden entwöhnt waren. Ich wollte sichergehen. Glücklicherweise ging da der erste Lockdown los und mich sah kaum jemand. Es war schlimm, wirklich schlimm. Ich dachte, das Schlimmste wäre das Jucken, aber das war okay. Schlimmer war, dass meine schönen weichen Haare, die ich sehr schätze, strähnig, stumpf und undurchkämmbar wurden. 

Dann kam nach diesem Zeitraum die erste Dusche. Ich habe mich unglaublich darauf gefreut und war optimistisch als die Haare sich im nassen Zustand sehr gut angefühlt haben. Doch sobald sie trocken waren die Enttäuschung: Sie sahen nicht so schlimm aus wie vorher, aber dennoch kam ich kaum mit den Händen durch die Haare. Es klebte.

Leider änderte sich dieser Zustand nicht mehr. Ich musste alle zwei Tage meine Haare waschen, damit sie vorzeigefähig waren, aber sie sahen nicht gesund aus.
Die Saure Rinse, die ich wöchentlich gemacht habe, half auch nur bedingt. Sie sahen danach besser aus als ohne, aber dennoch kam ich mit meinen Händen nicht durch.

Drei Monate hielt ich so durch (und mein tapferer Freund), aber dann war es genug, als er eine entzündete Stelle auf meiner Kopfhaut fand. Wenn meine Haut mir so deutlich zeigt, dass es ihr nicht guttut, dann macht es für mich auch keinen Sinn, das weiter zu erzwingen.

Und eines der besten Erlebnisse letzten Jahres war, als ich mit einem sehr milden Shampoo das erste Mal seit langem meine Haare gewaschen habe. Sie waren so weich!

Nachhaltigkeitsaspekt

Besser geht es eigentlich nicht. Du verbrauchst nichts an Ressourcen außer Wasser.

Hier kommen wir zum Aber: Ich musste alle zwei Tage meine Haare gewaschen und hatte deutlich das Gefühl, viel mehr zu verbrauchen als bei den Methoden davor. Sehr nachhaltig hat sich das nicht angefühlt. Sollte es bei dir aber klappen und du kannst seltener deine Haare waschen, dann ist es das Nachhaltigste, was geht.

Haare NoPoo und plastikfrei waschen - Haarbürsten

Was du bei allen Methoden beachten solltest

Deine Haare sind nicht jeden Tag gleich. Nicht nur vom äußeren kann es mal ein Bad Hair Day geben, auch wenn du dich ungesund ernährst, Stress hast oder schlecht schläfst, kann das große Auswirkungen auf deine Haare haben.

Bei mir sind sie dann sehr spröde und fetten viel schneller. Also gib gut auf dich Acht und beobachte, was wie deine Haare beeinflusst.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist regelmäßig, also wirklich sehr regelmäßig deine Haarbürste zu säubern. Auch das merke ich meinen Haaren an, falls ich das länger vernachlässigt habe. Ich nehme meine Bürste so gut wie immer zum Duschen mit, damit der gröbste Schmutz wegkommt und alle zwei Wochen muss ich sie ordentlich saubermachen.

Meine Bürste ist aus Wildschweinborsten, die oft empfohlen wird für NoPoo-Varianten.
Die ist natürlich nicht für Veganer geeignet, da gibt es dann aber vegane Bürsten zum Beispiel mit Agavenfasern als Alternative. Für dickere und lockigere Haare sollen Holzkämme gut funktionieren.

Wenn du deine Bürste ordentlich reinigen möchtest, entferne zuerst alles an Haare, Staub etc. was geht. Dann lässt du Wasser ins Waschbecken und machst eine Mischung aus Natron und Essig oder mildes Shampoo/Seife hinein. Dann lässt du die Bürste kurz einweichen und schrubbst sie ordentlich. Es gibt auch extra Reinigungsbesteck, aber das widerspricht meinem Minimalismus-Denken. Mit den Händen, einer anderen Bürste oder einem Kamm kommt man auch gut in die Zwischenräume.

Fazit

Wer hätte gedacht, dass Haare so eine Wissenschaft sein können. Und es gibt noch viel mehr Varianten, zum Beispiel Natron (das allerdings nicht langfristig gut sein soll, da es die Kopfhaut austrocknet) oder auch Kastanien.

Aber mir reichte es und nach drei Jahren rumprobieren, bin ich dennoch wieder bei einem festen Shampoo gelandet.

Jedoch nicht lange, denn nun probiere ich mich mit fester Haarseife aus. Der Unterschied zwischen Shampoo und Seife ist, dass Seife wirklich nur aus verseiften Ölen besteht. Keine weiteren Zusatzstoffe. Ich bin noch nicht zu 100% zufrieden, aber ich gebe meinen Haaren noch etwas Zeit sich umzugewöhnen. Ich werde davon auch berichten.

Mittlerweile wasche ich meine Haare nur noch einmal die Woche. Denn ein Gutes hatten diese drei Jahre ohne Shampoo: meine Haare wurden so entwöhnt, dass einmal die Woche ausreicht. Daran änderte mein kurzer Rückfall auch nichts. Je nach Bedarf wasche ich sie ein- bis zweimal dazwischen kurz nur mit Wasser. Damit bin ich völlig zufrieden.

Ich bereue nicht, dass ich das alles ausprobiert habe. Das, was mich am meisten erstaunt hat, ist zu sehen, wie unterschiedlich meine Haare reagieren. Vor allem was die Ernährung betrifft, denn da merke ich sofort, falls ich mich einen Tag zu ungesund ernährt habe. Es macht Spaß zu beobachten und auszuprobieren, was gut wirkt – und was eben nicht.

Auch das solltest du im Kopf haben. Es kann sein, dass bei dir egal, was du ausprobierst, es sofort funktioniert und deine Haare ein Traum sind. Es kann aber auch sein, dass gefühlt nichts bei dir funktioniert und du tagelang dich nur unwohl fühlst.

Doch ich würde sagen: Das Durchhalten lohnt sich!

Teile mir in den Kommentaren gerne mit, was du schon für Erfahrungen gemacht hast und was du gerne einmal ausprobieren möchtest!

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