Bücher zum Thema Hochsensibilität, Introversion und Schüchternheit

Bücher zum Thema Hochsensibilität, Schüchtern, Introversion

Bestimmte Charaktereigenschaften an uns wollen viele von uns nicht so gerne wahrhaben wie andere. Wir versuchen sie eher zu ignorieren, herunterzuspielen oder sogar gegen sie anzukämpfen, um zu zeigen, dass wir ganz sicher nicht so sind. Bei mir war das mit meiner Schüchternheit so. Ich konnte und wollte es nicht akzeptieren. Bis ich dann in meiner Auszeit von dem Blog durch Zufall auf das Thema Hochsensibilität kam und feststellte, dass ich auch viele Eigenschaften einer sensiblen Person habe. Durch Bücher, wie zum Beispiel Proud to be Sensibelchen* von Maria Anna Schwarzberg, lernte ich, dass das auch völlig okay ist. Und so konnte ich mich auch den Themen Schüchternheit und Introvertiertheit widmen und immer mehr an mir akzeptieren.

Was mir dabei am Anfang gar nicht richtig klar war, ist, dass alle drei eine ganz unterschiedliche Eigenschaft am Menschen bezeichnen. Nur wenn man schüchtern ist, muss man nicht gleich introvertiert sein. Aber dazu gleich mehr.

Ich möchte dir nun drei Bücher zum Thema Hochsensibilität, Introversion und Schüchternheit vorstellen, die mir sehr dabei geholfen haben zu verstehen, was genau es bedeutet sensibel, introvertiert oder schüchtern zu sein und dass es überhaupt nichts Verwerfliches ist. Sie haben mir geholfen diese Seiten an mir zu akzeptieren und vielleicht können sie dir dabei auch helfen.

Der Unterschied zwischen Hochsensibilität, Introvertiertheit und Schüchternheit

Aber wie schon gesagt, die drei Sachen sind nicht alles das selbe. Es besteht zwar eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass du, wenn du schüchtern bist, auch introvertiert bist, aber es gibt auch extrovertierte schüchterne Menschen. Oder unsensible Introvertierte oder extrovertierte sensible Menschen.

Und was noch wichtig ist, dass es nicht den einen sensiblen Menschen gibt. Jeder ist anders und manch einer würde sich als introvertiert beschreiben, wenn andere ihn eher extrovertiert nennen. Jeder ist anders.

Die Beschreibungen zu den einzelnen Eigenschaften sind teilweise aus den Büchern übernommen, aber auch teilweise in meinen eigenen Worten beschrieben. Also wenn du genauere Definitionen suchst, wirst du in den nachfolgenden Bücher sicher etwas finden.

Hochsensibilität

Hochsensible Menschen nehmen viel mehr Reize wahr und auf als andere. Das kann sich in verschiedenen Bereichen zeigen. Zum Beispiel sind manche sehr empfänglich für Gefühle anderer oder aber auch für Geräusche, Gerüche und Schmerzen. Was ich sehr interessant fand, ist, dass sensibel nicht gleich empathisch bedeutet. Ein Grund, weswegen ich mich lange damit nicht identifizieren konnte, denn ich würde mich nicht als übermäßig emphatisch beschreiben. Nach dieser Erkenntnis war das Thema Hochsensibilität sehr präsent für mich, weswegen es dazu bald auch noch einen umfangreicheren Artikel dazu gibt.

Introvertierheit

Der Unterschied zwischen Introvertieren und Extrovertierten besteht darin, dass introvertirete Menschen ihre Energie in der Ruhe auftanken, während Extrovertierte das mit viel Trubel bzw. Menschen um sich herum können.

Ein nicht ganz unerheblicher Fakt dabei ist, dass ein Mensch, der sich als introvertiert bezeichnen würde, sich nicht immer introvertiert verhält. Im Umgang mit Freunden oder Familie kann er oder sie sogar ganz und gar extrovertiert wirken. Es ist also eine sehr subjektive Einschätzung, wie man sich selbst bezeichnet und es kann sogar oft davon abweichen, wie andere dich sehen.

Schüchternheit

Eigentlich ist Schüchternheit gar kein Persönlichkeitsmerkmal. Vielmehr ist es eine Angst. Angst vor Ablehnung, Angst davor anzuecken oder ausgegrenzt zu werden.

Schüchterne Menschen fühlen sich häufig sehr unwohl, wenn sie etwas außerhalb ihrer Komfortzone machen müssen. Für viele ist es ein großes Problem mit anderen Menschen zu sprechen, eben wegen dieser Angst abgelehnt zu werden.

Für mich ist die Schüchternheit ein sehr großes Hindernis, wenn es darum geht authentisch leben zu können. Also mich so zu zeigen, wie ich wirklich bin ohne die Angst komisch zu wirken. Was mir dabei Mut macht, ist, dass man mit Ängsten arbeiten kann. Man kann also lernen mit ihnen umzugehen.

Bücher zum Thema Hochsensibilität, Introversion und Schüchternheit

Folgende Bücher steigen noch tiefer in die Themen und sind wirklich sehr zu empfehlen, wenn man mehr über diese Eigenschaften und auch mehr über sich erfahren möchte.

„Außergewöhnlich Normal – Hochbegabt, hochsensitiv, hochsensibel: Wie Sie Ihr Potential erkennen und entfalten“ von Anne Heintze

In diesem Buch geht es nicht nur um Hochsensibilität, sondern auch um hochbegabte und hochsensitive Menschen. Die Autorin unterscheidet dabei nicht zwischen den einzelnen Ausprägungen, sondern fasst sie zusammen. Also zu einer Gruppe von Menschen, die sich anders fühlen und das Gefühl haben mehr zu empfinden oder auch anders zu denken als andere. Sie nennt sie die bunten Zebras.

Es ist ein sehr umfassendes Buch, was sich damit beschäftigt, wie man als buntes Zebra mit sich selber gut leben kann und dann sein Potential entfalten kann. Es hilft die Andersartigkeit nicht als Hindernis, sondern als Chance zu sehen.

Das Buch war schön zu lesen, es gab nicht die besonders neuen Erkenntnisse, aber es festigte das Bekannte und für den ein oder anderen ist es sicher sinnvoll, um zu lernen seine Andersartigkeit zu akzeptieren.

Was mir besonders gefiel, war, dass die Autorin zwar die einzelnen Definitonen beschrieben hat und das auch relativ ausführlich, aber sich danach nicht weiter darauf bezogen hat. Es ging nicht darum seine Andersartigkeit kategorisieren zu können, also zu sagen: Ich bin hochsensibel. Sondern es ging ihr eher darum, dass man diese kleine Stimme, die einem sagt, dass man anders sei, lauter werden lässt und sie einfach annimmt.

„Verstecken gilt nicht! – Wie man als Schüchterner die Welt erobert“ von Melina Royer (Vanilla Mind)

Das Buch zum Thema Schüchternheit ist von Melina Royer, die du vielleicht von ihrem Blog Vanilla Mind kennst. Es ist sehr umfassend und rollt das Thema Schüchternheit von ganz vorne auf. Also was genau bedeutet es schüchtern zu sein, was ist der Unterschied zu Introversion und welche Begleiter können mit der Schüchternheit aufkommen? Ein Begleiter ist zum Beispiel die Perfektion, da sie augenscheinlich davor bewahrt Fehler zu machen und so zu enttäuschen oder anzuecken. Dass Perfektion dabei seine ganz eigenen Tücken hat, ist, glaube ich, bekannt. Aber auch das wird in dem Buch beschrieben.

Es geht auch darum, mit der Schüchternheit leben zu können. Melina war und ist selber extrem schüchtern und gibt ihre Tipps mit, wie sie besser mit ihrer Schüchternheit leben kann. Dieses Kapitel fand ich sehr hilfreich, denn neben den „offentsichtlichen“ Tipps wie ein gesundes Mindset, empfiehlt sie auch regelmäßig Sport zu treiben, da das hilft negative Gefühle abzubauen und Selbstbewusstsein aufzubauen. Denn vielleicht kennst du es auch, dass man sich oft nach dem Sport und nach dem man wieder normal Luft kriegt, einfach sehr gut fühlt, weil man etwas für sich gemacht hat.

Ein Buch, das toll gestaltet ist und viele hilfreichen Tipps enthält, die zum Teil sicher auch Menschen weiterhelfen, die nicht schüchtern sind.

„Still – Die Kraft der Introvertierten“ von Susan Cain

Dieses Buch ist von den dreien mein Liebstes gewesen. Es unterscheidet sich dadurch von den anderen, dass es viel wissenschaftlicher aufgebaut ist. Während die anderen beiden Bücher immer offensichtlich Tipps haben, um das Geschriebene umsetzen zu können, geht es in diesem hauptsächlich um das Verstehen.

Das Buch zeigt auf eine sehr anschauliche und interessante Art und Weise, wie wichtig Introvertierte auch in Führungspositionen sind. Es ist offensichtlich, dass in unserer Leistungsgesellschaft die Introvertierten nicht so begehrt sind wie die Extrovertierten. In Schulen und Universitäten wird oft die Extroversion gefördert und die Introvertierten haben oft das Gefühl anders werden zu müssen. Doch die Autorin zeigt deutlich, dass es ein Gleichgewicht geben muss. Dass sowohl die Extrovertierten als auch die Introvertierten eine sehr wichtige Rolle spielen, wenn es um gesundes Wachstum gehen soll.

Dabei geht die Autorin auch sehr eindrücklich darauf ein, wann eher Extroversion gefragt ist und wann Introversion. Und auch, wann sich introvertierte Menschen anpassen sollten – und wann nicht.

Für mich war das Lesen dieses Buches voller Aha-Momente. Denn zu wissen, wie man seine Introversion als Stärke nutzen kann, anstatt ständig dagegen anzukämpfen, nimmt sehr viel Druck weg und nach dem Buch war ich sogar etwas stolz introvertiert zu sein. Ein sehr ungewohntes Gefühl.

Fazit

Es gibt natürlich noch viel mehr Bücher zu den Themen und auch einige, die von diesen Autorinnen stammen. Ehrlich gesagt habe ich aber nicht mehr Bücher gelesen, außer noch das Buch von Maria Anna Schwarzberg, was ich extra vorstellen werde. Für mich haben diese Bücher erstmal gereicht, um genau zu wissen, was es bedeutet anders zu sein. Und auch, dass es völlig okay ist so zu sein.

Wenn du noch weitere Buchtipps hast, schreibe sie gerne in die Kommentare. Haben dir diese gefallen und dabei geholfen, dich selbst akzeptieren zu können?

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