Im Großen und Kleinen die Welt retten

Im Großen und Kleinen die Welt retten

Die einen sehen die Uhr kurz vor 12, die anderen glauben erst die zukünftigen Generationen werden wirklich Nachwirkungen zu spüren bekommen. Es geht um die Klimakrise und all die verbundenen Probleme, die sie mit sich bringt. Die soziale Ungerechtigkeit, die Völkerbewegung und das stetige Verschwinden von Ressourcen und der Artenvielfalt sind nur ein paar dieser Folgen. Es ist ein sehr komplexes Zusammenspiel aus vielen Faktoren und es ist nur schwer durchschaubar, was durch was verursacht wurde. Dennoch möchte ich ein paar Fakten zum Thema Klimawandel nennen, die ich beim Umweltbundesamt und Greenpeace gefunden habe:

  • Jährlich geht weltweit eine Fläche von etwa 14 Millionen Fußballfeldern an fruchtbaren Boden verloren. Ursachen sind zum Beispiel Brandrodung oder auch eine unangepasste Landwirtschaftsnutzung.
  • Der jährliche Verlust von Eismasse hat sich gegenüber der 1990er Jahre ungefähr verdoppelt.
  • Klimaänderungen gab es schon öfter in der Erdgeschichte. Zum Beispiel vor 250 Millionen Jahren. Dort sind aufgrund der Klimaerwärmung und deren Folgen etwas 90% der Lebewesen ausgestorben (Sobolev u.a. 2011).
  • Einer Greenpeace Studie zufolge fliehen mehr Menschen wegen nicht ausreichender Lebensbedingungen, die durch den Klimawandel entstanden sind im Vergleich zu Kriegsflüchtlingen.

Wenn ich so etwas lese, wird mir immer etwas mulmig und mir stellt sich eine Frage: Besteht noch Hoffnung?

Da gibt es dann wieder zwei Gruppen (ganz plakativ, natürlich gibt es nicht nur schwarz und weiß!): Die einen sagen, wir müssen etwas tun, jeder Schritt zählt! Und die anderen sagen, es ist eh egal, was ich mache, das hat so einen geringen Impact, das wird nichts verändern.

Zu welcher Seite gehörst du?

Unabhängig davon, ob wir den Klimawandel stoppen können bzw. den menschengemachten Anteil daran oder auch nicht – ich habe für mich entschieden etwas zu tun.

Denn was für ein Sinn hätte das Leben, wenn man weiß, dass in ein paar Generationen oder sogar schon in den nächsten Jahrzehnten die Probleme so massiv werden können, dass es nicht mehr möglich wäre so ein Leben zu führen, wie wir es jetzt kennen? Wenn wir wissen, dass unsere Kinder sich mit schwindenden Ländermassen, Ressourcenmangel und unvorhersehbaren Klimaänderungen beschäftigen müssen? Könnte man da die Augen zu machen und so weiter machen wie bisher?

Denn Fakt ist, dass die Zukunft zwar ungewiss ist, aber viele Anzeichen dafür sprechen, dass es schlimm wird. Wenn man Bücher wie zum Beispiel von Al Gore „Wege zum Gleichgewicht“ oder „Adieu Wachstum“ von Norbert Nicoll liest, in denen genauestens über Studien und auch schon bestehende Probleme berichtet wird… Puh da fällt es mir sehr schwer optimistisch zu bleiben.

Die Welt retten – aber wie?

Aber es hilft nicht in Pessimismus zu versinken. Denn wenn man sich dazu entschieden hat, nicht auf Kosten der Erde zu leben und die Augen zu verschließen, kommt nun die nächste Frage auf: Was kann ich tun?

Und es gibt einiges, was man tun kann. Sowohl Dinge, die nur einen selber betreffen, aber auch Dinge, die andere inspirieren und die im großen Maßstab etwas bewirken.

Dazu vorher noch eine Anmerkung: Es gibt den sogenannten Weltschmerz. Das ist so ein Gefühl, bei dem man all das Leid auf der Erde spürt und sich einfach nur machtlos fühlt. Als würde alles, was man macht, eh nichts bringen. Das zu fühlen, ist völlig normal. Und auch, dass einen manchmal dieser Pessimismus überkommt. Es ist auch wirklich überfordernd, wenn man an die Vielzahl von Problemen auf der Erde denkt – nicht nur bezogen auf die Umwelt. Es ist wahr, du kannst nicht alleine die Welt retten und das Stück Plastik, was du bei deinem Einkauf im Unverpackt Laden sparst, wird nicht das Plastikproblem in den Ozeanen lösen. Aber – und das ist wirklich wichtig – es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung! Dieser Weltschmerz wird weggehen, aber wahrscheinlich auch wiederkommen. Mir hilft es dabei mich auf das zu fokussieren, was ich ändern kann.

Dein Anteil, um die Welt zu retten

Wo wir zum ersten Punkt kommen, denn du als einzelner Mensch hast schon unzählige Möglichkeiten darauf zu achten, dass wir mit der Umwelt und den Ressourcen bewusster umgehen.

Das fängt bei Plastikvermeidung an, wo ich dir hier schon ausführliche Tipps gegeben habe, aber es geht noch viel weiter:

  • regional und saisonal einkaufen
  • Bio einkaufen
  • Auf Fleisch verzichten
  • Konsum einschränken (Stichwort Minimalismus)
  • Kleidung am besten gebraucht kaufen oder auf faire und nachhaltige Produktionsbedingungen achten
  • Allgemein: neue Möbel, Deko oder andere Dinge gebraucht kaufen

Das sind nur ein paar Ideen und die Liste ist ganz sicher nicht vollständig. Es gibt noch zig andere Punkte, die wichtig sind, aber ich denke, die genannten sind schnell und einfach umzusetzen.

Wenn du bewusster lebst und einkaufst und sei es auch nur im Kleinen, hat das noch einen anderen tollen Nebeneffekt: Du beeinflusst andere. Früher oder später wird es deiner Familie und Freunden auffallen und ihr kommt ins Gespräch. Und früher oder später werden sie auch die ersten kleinen Schritte unternehmen. So war es zumindest bei mir.

Ist es genug?

Angenommen du würdest perfekt nachhaltig leben, Plastik vermeiden, alles wiederverwenden etc. Es wäre super, aber die Welt ist höchstwahrscheinlich damit nicht gerettet. Denn auch, wenn du wichtig bist, ist dein Einfluss sehr gering. Das heißt nicht, dass er unwichtig ist, aber du kannst nach außen treten, um ihn noch größer zu machen.

Was meine ich damit? Engagiere dich!

Sehr lange saß ich in meinem stillen Kämmerlein und habe für mich nachhaltig gelebt. Und das war eine Zeit lang auch völlig okay so. Und ehrlich gesagt, dachte ich immer, Vereine etc. sind nichts für mich. Aber die Wahrheit ist, es gibt so viel, was man machen kann ohne in einen Verein zu gehen. Man kann bei Demos mitlaufen, Petitionen unterschreiben, in Social Media und bei seinen Freunden das Thema anschneiden, bei seinem Arbeitgeber für Besserungen sorgen, man kann für tolle Projekte spenden oder doch bei Vereinen wie Foodsharing oder Slow Food mitmachen.

Alles in dem Sinne, Bewusstsein zu schaffen und rauszugehen. Zum einen hat man in einer Gruppe oder auch bei seinem Arbeitgeber einen viel größeren Einfluss, als wenn man nur bei sich zuhause etwas verändert und zum anderen lernt man viele neue Menschen kennen, die ähnliche Ziele wie man selbst haben. Und man lernt natürlich unglaublich viel dazu.

Aber Fakt ist, es muss sich auch was in der Politik und Wirtschaft ändern. Es müssen Gesetze und Verbote im Sinne der Nachhaltigkeit verabschiedet werden. Und es darf in der Wirtschaft nicht mehr so toleriert werden, dass die meisten Unternehmen so tun, als wären die Ressourcen dieser Welt unendlich.

Da das Denken in der Poltik und der Wirtschaft sehr langsam vorangeht bzw. das Umsetzen von Ideen, ist es umso wichtiger, dass Leute wie du und ich zeigen, wo was verbessert werden kann und wie es verbessert werden kann.

Und falls dir das jetzt wie eine große Hürde vorkommt, glaub daran, dass du etwas bewirken kannst. Such dir Gleichgesinnte in einem Verein oder in einer Partei und organisiere mit ihnen Aktionen. Oder verbreite über Social Media unterstützenswerte Petitionen. Egal wie, schaffe Bewusstsein.

Im Großen wie im Kleinen die Welt retten

Es geht, ich bin überzeugt davon, dass es geht. Es muss gehen. Aber wir müssen aufhören mit dieser Verdrängungstaktik. Es geht uns etwas an und wir sind mit dran Schuld. Es ist kein Problem, das man länger aufschieben darf.

Und wäre es aus Prinzip nicht schon viel schöner, wenn wir mit der Umwelt leben würden anstatt sie auszubeuten? Weg vom Wachstum hin zu einer Ökonomie, die der Umwelt gerecht wird und die das Miteinander von Mensch und Natur belohnt und nicht die Ausbeutung Zweiterer.

Buchtipp
Wenn dir der Aspekt des Wachstumsdenken und damit auch des modernen Kapitalismus hinsichtlich der Auswirkungen auf die Umwelt interessiert, lies unbedingt das schon erwähnte Buch „Adieu Wachstum“. Es ist unglaublich gut, mit vielen Quellen belegt und erklärt sehr gut die Entstehungsgeschichte des Kapitalismus und warum die Zukunft nicht aus Wachstum bestehen kann. Ich habe wirklich sehr viel daraus gelernt.

Also ja, es ist unglaublich toll, was du da zuhause schon machst. Dass du Klamotten nur gebraucht kaufst oder auf Fleisch verzichtest. Es ist gut und wichtig, dass du das machst. Aber wir dürfen das große Ziel nicht aus den Augen verlieren. Wir dürfen nicht verdrängen, dass unser Lebensstil von Grund auf wahrscheinlich schon einen größeren Fußabdruck hat als es der Erde gut tut. Und so lange es keine umweltfreundlicheren Alternativen gibt, müssen wir uns – jeder auf seine Weise – dafür einsetzen und nicht selbst die Augen vor unseren Taten verschließen. Lösungen finden ist ein viel heilsamerer Weg. Und das geht nun mal nur über die Politik oder Wirtschaft.

Also mach weiter so, gehe immer weiter einen Schritt nach den anderen in Richtung Nachhaltigkeit, aber währenddessen: Informiere dich. Informiere dich darüber, was in der Welt los ist, was der Klimawandel für Probleme macht, was der heutige Kapitalismus für Probleme macht und was für Lösungen wir brauchen, damit das nicht passiert. Denn – und das ist extrem wichtig – es hilft nicht, dass wir der Buhmann werden, der sagt: Das und das läuft falsch. Wir müssen auch sagen, was eine nachhaltigere Alternative ist und selber anfangen sie zu leben.

Wir dürfen unsere Augen nicht verschließen. Auch wenn es zu viel wird, denk daran, dass du einen Unterschied machen kannst. Und geh nach außen, schaffe Bewusstsein und finde Lösungen, wie es besser geht!

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