Jane Goodall: Grund zur Hoffnung (Autobiographie)

Das Buch "Grund zur Hoffnung" von Jane Goodall

Die meisten Menschen, mit denen ich über dieses Buch geredet habe, konnten mit dem Namen Jane Goodall erst einmal nichts anfangen. Falls es dir genauso geht, hilft vielleicht der gleiche Hinweis wie bei ihnen: Kennst du das Video, wo ein Affe in die Freiheit entlassen wird und bevor er weggeht, er eine Frau umarmt? Wenn ja, dann sehr gut, dann kennst du Jane Goodall. Wenn nicht, ist das natürlich auch nicht schlimm. Ich habe dir das Video mal verlinkt, falls du es dir ansehen möchtest.

Youtube: Jane Goodall Releases Shimp

Für wen ist dieses Buch?
Das Buch ist für dich, wenn du gerne über außergewöhnliche Menschen und ihre Lebensgeschichten liest.
Bist du naturverbunden und/oder ein Weltverbesserer? Dann ist dieses Buch* noch lesenswerter.

Über das Buch

Der Anfang

Bevor Jane zu dieser Berühmtheit gelangte, war sie ein ganz normales Mädchen in England mit einer großen Leidenschaft für Pflanzen und Tiere. Sie war unglaublich neugierig und hatte einen großen Wissensdurst. Ihr großer Traum war es nach Afrika zu gehen, die Tiere dort zu beobachten und Bücher über sie zu schreiben.

Auf dem Weg nach Afrika

Diesem Traum kam sie näher, als eine alte Schulfreundin sie zu sich und ihrer Familie nach Afrika einlud. Dort lernte sie dann Dr. Louis Leakey kennen, für den sie dann als Privatsekretärin arbeitete. Louis war der Direktor eines Museums und forschte nebenbei selber nach Fossilien. Außerdem hatte er großes Interesse an Schimpansen. Das war Janes Glück, denn Louis wollte eine Beobachtungsstudie über Schimpansen durchführen. Aber es sollte kein voreingenommener Wissenschaftler die Rolle des Beobachters übernehmen, nein, dieser Part war für Jane bestimmt.

Natürlich war es sehr umstritten, dass so ein junges Mädchen ohne entsprechende Ausbildung zu diesem möglicherweise gefährlichen Projekt geschickt wurde. Aber für Jane ging ein Traum in Erfüllung und so ging es, den Skeptikern zum Trotz, für Jane und ihre Mutter als Unterstützung im Jahr 1960 nach Gombe.

Das Leben mit den Schimpansen

Sie brauchte Monate bis sie den Schimpansen in Gombe näher kommen konnte, ohne dass sie vor ihr wegliefen. Zeitweise war sie echt verzweifelt und die Zukunft des Projekts stand auf dem Spiel. Aber die Geduld zahlte sich aus und so entdeckte Jane, dass die Schimpansen Werkzeug benutzten, um an ihre Nahrung heranzukommen. Eine Sensation, denn vorher dachte man, dass nur die Menschen dazu in der Lage sind, Werkzeuge zu benutzen.

Während der Zeit in Gombe entwickelte auch Jane sich weiter. Sie lernte dort ihren ersten Ehemann Hugh van Lawick kennen, der kam, um einen Film über Jane und ihre Arbeit zu drehen. Dieses Filmmaterial wurde übrigens in der Doku „Jane“ wiederverwendet, den ihr z.B. auf Netflix findet. Außerdem bekam sie dort ihren Sohn, der seine ersten Lebensjahre mit den Affen aufwuchs. Jane stellte fest, dass ihre Beobachtungen ihr halfen, eine bessere Mutter aus sich selbst zu machen und darüber hinaus, dass sie als Mutter das Verhalten der Schimpansenmütter viel besser verstehen konnte.

Mit der Zeit entdeckte sie so noch mehr über die Schimpansen und zwar auch die dunklen Seiten. So wurde von einer Schimpansen-Dame jedes ihrer drei Kinder von anderen Schimpansen weggenommen und getötet. Über den Grund lässt sich nur spekulieren, aber damit kam eine neue Erkenntnis dazu, und zwar, dass Aggression keine rein menschliche Eigenschaft ist.

Die Veränderung

Bis heute werden die Schimpansen in Gombe beobachtet, doch Jane wandte sich neuen Projekten zu, denn sie wollte etwas gegen die grausamen Lebensbedingungen der Schimpansen in medizinischen Laboren tun. Sie gründete Auffangstationen, in denen aus der Gefangenschaft befreite Schimpansen ein neues Zuhause finden konnten.

Mehr und mehr stellte sich Jane dann auch die Frage, was man gegen die anderen Probleme auf der Welt tun kann, um wieder im Einklang mit den Tieren und der Natur zu leben. Ihr ist bewusst, in welch schwieriger Lage wir stecken und wie zwingend notwendig es ist, jetzt etwas zu tun, bevor die Welt gänzlich zerstört ist. Denn die Probleme sind mittlerweile überall zu erkennen: die Abholzung des Regenwalds, das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten, Armut, das Bevölkerungswachstum, dem die Erde nicht gewachsen ist… Die Liste lässt sich endlos weiterführen.

Hoffnung

Und trotz aller Probleme hat Jane noch Hoffnung. Hoffnung, dass wir es rechtzeitig schaffen die Umweltprobleme zu lösen, unseren Lebensstil zu ändern und so die Katastrophe zu verhindern.

Vier Punkte geben mir Grund zur Hoffnung: 1. das menschliche Gehirn, 2. die Regenerationskraft der Natur, 3. die Energie und Begeisterung, die weltweit bei jungen Menschen zu finden sind oder geweckt werden können, und 4. die Unbezwingbarkeit des menschlichen Geistes.

Jane Goodall

Ihr Beitrag dazu ist, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, tier- und umweltfreundliche Alternativen zu suchen und allen voran die Bildung voranzubringen. So hat sie z.B. das Programm „Roots & Shoots“ ins Leben gerufen, was junge Menschen auf der ganzen Welt dazu motivieren soll, den respektvollen Umgang mit Menschen, Tieren und der Natur zu fördern. Außerdem hält sie weltweit Vorträge, was dazu führt, dass sie fast das ganze Jahr auf Reisen ist und nie länger als drei Wochen an einem Ort verweilt. Und das selbst heute noch in ihrem Alter von 85 Jahren.

Fazit

Die Autographie von Jane Goodall ist mehr als nur ein Rückblick zu ihrer Zeit in Gombe. Es ist vielmehr noch ein Blick in ihre Lebensphilosophie. Man erfährt viel von ihrem inneren Antrieb, also warum sie das alles getan hat und sich bis heute noch für eine bessere Welt einsetzt, wo sie sich längst ihren ruhigen Lebensabend verdient hätte.

Buchinformation
Autor, TitelJane Goodall, Grund zur Hoffnung
ISBN978-3570500071
Erscheinungsjahr1999
Seitenanzahl350 Seiten
PreisGebraucht ab 6,11€
KaufenAmazon*

Jane ist mein Vorbild, wenn es um Naturverbundenheit geht. Sie schöpft ihre Kraft aus ihr, um auch bei Rückschlägen nicht aufzugeben. Denn auch von diesen hat sie viele erlebt und dennoch blickt sie mit Hoffnung in die Zukunft. Sie ist überzeugt davon, dass wir eine bessere Welt erschaffen können, denn jeder kann etwas tun und sei es nur etwas augenscheinlich unbedeutendes. Irgendjemandem wird es sehr viel bedeuten.

Der Titel des Buches ist sehr treffend gewählt, denn mit jeder Seite zeigt Jane, dass es wirklich Grund genug dafür gibt. Und am Ende glaubt man selber ein Stückchen mehr daran, dass wir das doch noch schaffen können.

1 Gedanke zu „Jane Goodall: Grund zur Hoffnung (Autobiographie)“

  1. Pingback: Buchvorstellung: Der Alchimist von Paulo Coelho | Wortblatt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.