Rosie Swale Pope: Mein längster Lauf

Das Buch "Mein längster Lauf" von Rosie Swale Pope

Für wen ist dieses Buch?
Wenn du gerne Geschichten von Menschen liest, die außergewöhnliche Sachen erlebt haben, dann gehört dieses Buch* auf jeden Fall auch dazu.
Außerdem ist es ein toller Mutmacher für alle, die selber etwas Außergewöhnliches machen wollen.

Zur Person

Rosie Swale Pope wurde 1946 in der Schweiz geboren und zog nach dem Tod ihrer Mutter zu ihrer Großmutter nach Irland. Dort wuchs sie zwischen Tieren auf, wurde sehr religiös erzogen und bekam lange Unterricht zuhause. Rosie beschreibt diesen Abschnitt als sehr positiv und prägend für ihren weiteren Weg voller Abenteuer.

Schon als sie jung war, hatte sie den Traum Läuferin zu werden. Doch diesen Traum erfüllte sie sich für lange Zeit nicht. Sie war zwar schon immer sportlich aktiv und ist auch schon einmal mit einem Pferd durch Chile geritten und alleine über den Atlantik gesegelt, aber mit dem Laufen fing sie erst mit 47 Jahren an.

Ein Jahr nach dem sie begonnen hat zu laufen, startete sie auch schon bei ihrem ersten Marathon und seitdem nimmt sie regelmäßig an Marathons auf der ganzen Welt teil.

Und im Alter von 57 Jahren startet Rosie ihren längsten Lauf einmal um die ganze Welt.

Über das Buch

Der traurige Grund des Lauf’s

Wie kommt man überhaupt auf die Idee, um die ganze Welt zu laufen? Bei Rosie ist es leider ein sehr trauriger Grund: Ihr Mann Clive verstarb an Prostatakrebs.

Bei Beginn der Diagnose gab es noch Hoffnung, doch eine Operation zeigte, dass der Krebs schon gestreut hatte. Die beiden versuchten alle möglichen Heilungsmethoden, aber es war einfach zu spät.

Rosie gab sich aber nicht einfach der Trauer hin, nein, sie wollte, dass der Tod ihres Mannes nicht umsonst war. Sie wollte etwas Großes für ihn tun und sie wollte gleichzeitig das Bewusstsein für Krebs fördern.

Mein Denkmal für ihn sollte nicht schmerzerfüllt, traurig oder düster sein. Ich musste etwas für Clive tun, das verrückt und riesengroß sein würde.

Rosie Swale Pope

Dafür reichte ein einfacher Marathon aber nicht aus, es musste noch größer sein. So entstand der Plan von ihrem Zuhause in Wales über Holland, Deutschland, Polen, Litauen, Lettland, Russland, Alaska, Kanada, Grönland, Island und somit wieder nach Großbritannien zu laufen. Nichts leichter als das.

Der Lauf um die Welt

Ein Jahr nach dem Tod von Clive ging es los. Sie wurde viel von ihrer Familie und Freunden unterstützt und bekam den Großteil ihrer Ausrüstung gesponsert. Während ihres Laufes traf sie noch zig andere Menschen, die ihr so herzlich begegnet sind, sei es durch ein einfaches Gespräch, durch eine Übernachtungsmöglichkeit oder gar einer Einladung mit völlig Fremden Weihnachten zu feiern. 

Ohne diese neuen Kontakte hätte sie es vermutlich auch nicht durch Alaska im tiefsten Winter geschafft, als sie eine so schlimme Entzündung am Zeh hatte, sodass sogar fast ihr Bein in Gefahr war, amputiert werden zu müssen. Eine Zeit, in der sie tagtäglich um jeden Schritt kämpfen musste, um überhaupt eine Meile am Tag zu schaffen.

Ihr ständiger Begleiter war ein Anhänger, einer Art Kinderbuggy, der während des Laufes immer wieder ausgetauscht und optimiert wurde und in dem sie nachher sogar schlafen konnte. Er wurde eine Art Zuhause, für das Rosie unglaublich dankbar war.

Ihre Mission auf der Reise

Trotz aller Anstrengungen vergaß Rosie aber nicht den ursprünglichen Sinn ihres Reise. Sie wollte das Bewusstsein der Menschen fördern und sie somit auf Krebsvorsorgeuntersuchungen aufmerksam machen, sodass mehr Menschen rechtzeitig geheilt werden können. Ihr Buggy war z.B. voller Aufkleber, die für Vorsorgeuntersuchungen warben. Außerdem nahm sie während des Laufs an Marathons für gute Zwecke teil und besuchte ein Kinderdorf in Russland, dessen Engagement ihr so gut gefiel und für das sie dann auch ihren Lauf widmete.

Fünf Jahre und 53 Paar Schuhe später hat Rosie es dann geschafft. Einen Lauf einmal um die ganze Welt. Zurück zu ihrer Familie und ihrem geliebten Zuhause in Wales kommt sie voller Erfahrungen, Begegnungen und Hoffnung wieder an. Und mit ihr die Erkenntnis, dass das Leben kostbarer ist als alles andere.

Das Leben ist das größte, glücklichste und oft härteste Abenteuer von allen und ich habe mich wieder ganz neu in es verliebt.

Rosie Swale Pope

Fazit

Dieses Buch ist faszinierend und liest sich unglaublich schnell weg. Zum einen wegen des Schreibstils, der wirklich verständlich gehalten ist und zum anderen wegen dieser faszinierenden Frau.

Buchinformation
Titel, AutorMein längster Lauf, Rosie Swale Pope
ISBN978-3959101578
Erscheinungsjahr2018
Seitenanzahl320 Seiten
Preis14,95€
KaufenAmazon*

Ich habe wirklich Respekt für Rosie. Der erste Grund ist, dass sie in einem Alter etwas neues anfängt, in dem so mancher denken könnte, es sei zu spät dafür. Mir gibt das auf jeden Fall Motivation mit dem Laufen (mal wieder) anzufangen, denn merkt euch: es ist nie zu spät. Der zweite Grund, für den ich ihre Respekt zolle, ist ihr Umgang mit einem so schweren Schicksalsschlag. Anstatt in der Trauer gefangen zu sein und alle Schuld dem Krebs und dem Leben zu geben, dreht sie die Sache um und versucht etwas Gutes daraus zu machen, indem sie andere vor Unachtsamkeit warnt, sodass der Krebs früher erkannt werden kann.

Außerdem bewundere ich sie für ihren Mut und ihr Durchhaltevermögen. Was muss es für ein überwältigender Gedanke sein, zu wissen, dass man noch tausende Kilometer vor sich hat und dass man wochenlang ohne jeglichen menschlichen Kontakt durch die Natur läuft? Dieser Wille, der dahinter steckt, ist unglaublich. Ich habe mir zeitweise gewünscht, dass sie diesen Kampf noch ausführlicher beschreiben würde.

Dieses Buch ist für jeden, der ähnliche Geschichten von Menschen eh schon fesselnd findet und für alle, die sehen wollen, dass das Unmögliche durchaus möglich ist.

Und falls du jetzt Lust bekommen hast, auch mit dem Laufen anzufangen, kann ich dir diesen Artikel empfehlen, den ich anläßlich der Buchrezension geschrieben habe. Dort bekommst du elf Tipps und Tricks, um am Laufen dranbleiben zu können.

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