Proud to be Sensibelchen – Maria Anna Schwarzberg

Proud to be Sensibelchen von Maria Anna Schwarzberg

Vor kurzem habe ich ein Podcast Interview gehört und da das erste Mal von der Hochsensibilität erfahren. Dieses Interview war mit Maria Anna Schwarzberg und sie war mir von ersten Moment an sehr sympathisch. Dennoch war mir das Thema Hochsensibilität etwas suspekt. Ich hatte vorher nie so richtig etwas darüber erfahren und mich in keinster Weise damit identifiziert. Auch wenn sich während des Interviews leise im Hintergrund die Frage stellte: Kann es sein, dass ich…?

Ich hatte aber zu der Zeit eher das Gefühl, dass es ein Modewort ist und nur eine neue Bezeichnung für eine Eigenschaft, wenn man eine special Snowflake sein möchte. Und das wollte ich nicht.

Ja, da habe ich vermutlich sehr vorschnell beurteilt.

Nichtsdestotrotz habe ich die Arbeit von Maria weiter verfolgt, da sie mich fasziniert hat und bin mit ihrem Podcast „Proud to be Sensibelchen“ (der jetzt „Unvollkommen Perfekt“ heißt) so immer weiter in das Thema Hochsensibilität eingestiegen.

Wer oder was ist diese Hochsensibilität?

Hochsensible Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie viel mehr von ihrer Umgebung wahrnehmen als nicht hochsensible Menschen. Das erklärt auch ihr starkes Bedürfnis nach Ruhe, denn wenn du viele Reize wahrnimmst und so viel mehr verarbeiten musst, frisst das auch viel Energie. Die muss dann natürlich auch wieder aufgeladen werden.

Anfangs dachte ich, dass hochsensible Menschen immer Übermaße emphatisch sind, weswegen ich mir sehr unsicher war, ob ich dazugehöre. Ich bin zwar manchmal emphatisch, aber manchmal auch ein richtiger Klotz, der nichts mitbekommt.

Das führt nun zu der Frage, ab wann man denn nun hochsensibel ist. Hochsensibilität oder auch Sensibilität hat viele verschiedene Facetten. In diesem Artikel habe ich darüber schon mehr geschrieben und auch versucht aufzulisten, welche Eigenschaften zu der Hochsensibilität gehören können. Es gibt aber nicht das eine Merkmal, was jeder sensible Mensch an sich hat. Außer vielleicht, dass sie mehr wahrnehmen als andere. Aber auch das kann sich auf unterschiedliche Weisen zeigen.

Aber ab wann nimmt man mehr wahr als andere? Wie misst man das überhaupt?

Und da kommen wir zum Kern des Ganzen: Man kann es nicht messen und eine eindeutige Definition gibt es auch nicht. Aber das ist auch nicht schlimm. Ich finde, es geht auch weniger darum sagen zu können: „Ich bin sensibel“, sondern darum sich selbst besser kennenzulernen und so anzunehmen wie man ist. Stichwort Authentizität.

Wenn du herausfinden möchtest, ob du hochsensibel oder sensibel bist, gibt es dafür einige Tests. Zum Beispiel den hier auf Marias Webseite.

Ein paar Worte zu den Büchern

Maria hat bis jetzt zwei Bücher zu dem Thema Sensibilität geschrieben. Beide haben mir sehr dabei geholfen ein Bild über die Sensibilität zu bekommen und mir klarer zu werden, welche Facetten ich davon in mir habe.

We are proud to be Sensibelchen

We are proud to be Sensibelchen

Das erste Buch heißt „We are proud to be Sensibelchen“. Es beinhaltet elf Geschichten von elf sensiblen Menschen. Unter anderem auch die Kurzfassung von Maria’s Geschichte, aber auch andere tolle Menschen wie zum Beispiel Jan Lenarz von Ein Guter Plan, Melina Royer von vanillamind.de oder Joana Heiden von odernichtoderdoch.de sind dabei. Also wirklich tolle Menschen, die alle eine Geschichte mit sich tragen, die so unterschiedlich und einzigartig sind, aber alle im Kern den Werdegang eines sensiblen Menschen darstellen.

Gerade weil die Lebenswege so unterschiedlich sind, hat es mir geholfen ein Verständnis von Sensibilität zu entwickeln. Und mir Zuversicht gegeben, dass zum einen die sensible Seite vielleicht ein paar Nachteile hat, aber auch umso mehr Vorteile. Und zum anderen, dass es für jeden Topf einen Deckel gibt und so auch für jeden sensiblen Menschen eine Lebensaufgabe, die voll und ganz seinen Bedürfnissen entspricht.

Das Buch empfehle ich dir dann, wenn du wissen magst, wie sich Hochsensibilität zeigen kann und gerne Biografien unterschiedlichster Menschen liest. Am Ende des Buches findest du auch etwas Platz, wo du mit ein paar Tipps deine eigene Geschichte schreiben kannst.

Auf Maria’s Webseite kaufen

Proud to be Sensibelchen

Proud to be Sensibelchen

Das zweite Buch mit einem ähnlichen Titel handelt von der ausführlichen Geschichte von Maria. Sie erklärt explizit am Anfang des Buches, dass es kein Ratgeber über Hochsensibilität ist. Also du kannst nicht unbedingt direkte Tipps erwarten, die dir dabei helfen mit der Sensibilität umzugehen. Nichts desto trotz konnte ich viel für mich daraus mitnehmen, weil ich finde, dass man auch durch die Geschichte von anderen und wie sie mit ihren Problemen umgehen, viel lernen kann.

Maria’s Geschichte ist sehr spannend. Wie wahrscheinlich sehr viele Menschen wusste sie nichts von ihrer Sensibilität bis sie mit 25 Jahren einen Burnout hatte. Klassische Überarbeitung mit einer 40 Stunden Woche in einem Job, der sie psychisch sehr belastet hat und nebenbei eine Teilzeitstelle bei einer Zeitung. Achso und dann hatte sie auch noch einen Blog. Das ging natürlich nicht lange gut und nachdem Burnout hat sich einiges bei ihr verändert.

Die ganze Geschichte gibt es natürlich in dem Buch.

Auf Maria’s Webseite kaufen

Fazit

Maria ist für mich ein Vorbild, wenn es darum geht authentisch zu sein. Sie erzählt sehr viel Privates über sich in diesem Buch und lässt dabei auch die nicht so schönen Seiten nicht aus. Ich kannte vorher noch keine Person, die damit so offen umgegangen ist, deswegen hat mich das sehr beeindruckt! Und sie erinnert mich daran hinter die Kulissen zu schauen und immer wieder Dinge zu hinterfragen.

Typisch für eine sensible Person hat sie ein starkes Gerechtigkeitsbedürfnis und setzt sich viel für Feminismus, Nachhaltigkeit und andere gesellschaftliche Themen ein. Was bei ihr mit Sensibilität angefangen hat, ist nun ein bunt durchmischtes Themenfeld. Es geht darum auch auf andere zu sehen und Bewusstsein zu schaffen. Maria erinnert mich immer wieder daran, dass die Welt sich nicht nur um einen selbst dreht, sondern dass da andere sind, die wir unterstützen können. Sei es dadurch, dass wir vermehrt auf unsere Gedanken achten oder auch ins Handeln kommen und bestmöglich helfen.

Das alles ist möglich. Auch als Sensibelchen. Denn sensibel zu sein, ist kein Nachteil oder eine Ausrede nicht nach draußen gehen zu können. Sensibel zu sein, heißt vermehrt auf seine Bedürfnisse zu achten und sich dann das zu geben, was man gerade benötigt. Auch wenn das bedeutet, dass man eine Woche lang nur für sich ist und liest. Das ist vollkommen okay.

Maria und ihre Bücher haben mir dabei sehr geholfen das zu verstehen und auch umzusetzen. Ein Sensibelchen zu sein, ist nichts wofür man sich schämen müsste oder wo man denken muss, dass man nicht richtig ist, nur weil man vielleicht nicht ganz so in die Leistungsgesellschaft passt.

Im Gegenteil, sensibel zu sein, ist etwas worauf man stolz sein kann und womit man so vieles erreichen kann.

Und was ist mit dir? Bist du ein Sensibelchen?

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